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Nina Effenberg ist stellvertretende Leiterin der Tagesklinik für Naturheilkunde & Mind-Body-Medizin und Gesundheitspädagogin am Immanuel Krankenhaus Berlin. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Mind-Body-Medizin gehört sie zu den prägenden Persönlichkeiten dieses Bereichs am Krankenhaus. Die Mind-Body-Medizin verbindet körperliche, geistige und emotionale Gesundheit und legt besonderen Wert auf das Zusammenspiel von Körper und Geist, um die Selbstheilungskräfte des Menschen zu aktivieren. In diesem Interview gewährt Nina Effenberg spannende Einblicke in ihre Arbeit und die Entwicklung dieses ganzheitlichen Ansatzes.

Was macht die Arbeit in der Mind-Body-Medizin für Sie aus?

Wir stellen nicht Selbstoptimierung in den Mittelpunkt, sondern das Wachstumspotenzial der Menschen. Es geht nicht um höher, schneller, weiter – sondern um gesünder und zufriedener. Wir öffnen Türen, probieren Dinge aus und schauen individuell, was passt.

Welche Themen sind Ihnen besonders wichtig?

Es ist mir wichtig, das Bewährte zu bewahren und gleichzeitig zu prüfen, ob es weiterhin gut funktioniert, um es gegebenenfalls zu integrieren. Ein Beispiel: In der Bewegungstherapie schauen wir uns regelmäßig die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse an und passen unsere Einheiten in den Bereichen Ausdauer, Koordination und Kraft daran an. Gleichzeitig gilt es, alte wirksame Methoden, wie etwa die Lavendelherz-Herzauflage, die bereits seit über 100 Jahren genutzt wird, zu bewahren. Aber nicht jeder Trend muss mitgemacht werden – wir entscheiden immer aufs Neue, was für uns und unsere Patientinnen und Patienten wirklich sinnvoll ist.

Welche Entwicklungen in Ihrer Tätigkeit waren für Sie besonders prägend?

Ganz klar: Kommunikation und Empathie. Patientinnen und Patienten das Gefühl zu geben, gesehen zu werden, ist zentral. In der Mind-Body-Medizin habe ich außerdem gelernt, dass Empathie nicht Mitleiden bedeutet, sondern Mitfühlen – und gleichzeitig gut für sich selbst zu sorgen.

Gibt es Begegnungen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Viele. Besonders berühren mich Rückmeldungen von Gruppen, die sich bis heute treffen – manchmal seit zehn Jahren. Oder einzelne Patientengeschichten, wie die junge Frau, die wöchentlich aus Hamburg angereist ist, oder der Berliner Taxifahrer, der sich zunächst schwertat und dann doch seinen Platz in der Gruppe fand. Diese Beziehungen sind ein großer Schatz.

Was bedeutet Mind-Body-Medizin heute für Sie?

Mind-Body-Medizin ist für mich eine unverzichtbare und immer wichtiger werdende Lebensstilmedizin. Sie ist kostengünstig und hat dennoch eine enorme Wirkung. Am wichtigsten ist es, den Menschen etwas an die Hand zu geben, das sie aus ihrer Ohnmacht befreit und ihnen hilft, ihre eigenen Ressourcen zu aktivieren. Also, das Potenzial zur Selbstheilung zu fördern und sie dazu befähigen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen.

Ihr persönliches Fazit nach vielen Jahren in der Mind-Body-Medizin?

Veränderung als Chance begreifen. Oder: Aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, etwas Schönes bauen. Das gilt für mich – und für unsere Patientinnen und Patienten genauso.

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