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Kann Sport an den Menstruationszyklus angepasst werden? Und was ist dabei für Frauen tatsächlich medizinisch sinnvoll?

In der Sendung „Natürlich gesund“ auf Radio Paradiso spricht Priv.-Doz. Dr. Claudia Römer, Oberärztin und Leitung des Bereiches Sportmedizin und Leistungsdiagnostik am Immanuel Krankenhaus Berlin, über zyklusorientiertes Training.

Sie erklärt, was hinter dem sogenannten Zyklustracking steckt, warum es für Frauen hilfreich sein kann, den eigenen Zyklus und körperliche Veränderungen besser zu kennen und wie Training und Ernährung – auch für Laiensportlerinnen – individuell angepasst werden können.

Dabei geht es auch um die Frage, welche Erkenntnisse wissenschaftlich belegt sind und wo sich hartnäckige Mythen halten.

Mehr zur Sportmedizin der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin

Sport im Einklang mit dem Zyklus

Priv.-Doz. Dr. Claudia Römer, Oberärztin und Fachärztin für Innere Medizin, Notfall- und Sportmedizin am Immanuel Krankenhaus Berlin informiert bei „Natürlich gesund“ über Zyklustracking, warum es wichtig ist, den eigenen Zyklus zu kennen und wie sich Training und Ernährung auch im Freizeitsport zyklusgerecht anpassen lassen.

Julia Nogli:

Dienstagabend bei Radio Paradiso, das heißt, Sie hören die Sendung Natürlich gesund. Mein Name ist Julia Nogli und unser Thema ist heute ein spannendes „Sport im Einklang mit dem Zyklus. Mythos oder medizinisch sinnvoll?“

Darüber spreche ich mit Dr. Claudia Römer, Oberärztin und Fachärztin für innere Medizin, Notfall und Sportmedizin in der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin am Wannsee. Hallo, ich grüße Sie.

Dr. Claudia Römer:

Hallo, guten Abend. Ich freue mich sehr, heute hier sein zu dürfen.

Julia Nogli:

Schön. Ja, Sie sind ja Teil eines ganzen Teams dort Sportmedizin und Prävention.

Was ist das für ein Team?

Dr. Claudia Römer:

Ja, das ist eigentlich ein sehr schönes, besonderes Arbeiten, weil wir interdisziplinär arbeiten. Das heißt, wir sind ein Team aus Internistinnen, Sportmedizinerinnen, aber auch Orthopädinnen, Ernährungsmedizinerinnen und auch Sportwissenschaftlerinnen. Und dadurch können wir den Menschen sozusagen sehr ganzheitlich untersuchen, Diagnostik machen und auch Therapien einleiten.

Julia Nogli:

Jetzt denkt man ja bei der Abteilung Naturheilkunde, da gibt es viele, viele Aspekte an Sport, denkt man nicht zuerst. Aber das hat da doch einen Stellenwert. Also für welche Bereiche ist es denn sinnvoll?

Dr. Claudia Römer:

Ja, das habe ich auch seit meiner Tätigkeit am Immanuel Krankenhaus Berlin immer mehr gemerkt, dass man nicht unbedingt von Sport oder Sportmedizin spricht. Aber Bewegung hat natürlich in der Naturheilkunde einen unglaublich hohen Stellenwert, ist eine ganz wichtige Säule, weil ohne Bewegung würde die Muskulatur sich abbauen, die Knochen sich abbauen. Und deswegen ist es ganz essentiell, dass nicht nur gesunde Patientinnen Sport treiben, sondern auch Patientinnen mit Erkrankungen vielleicht auch eine längere Bettlegrigkeit hatten, eine regelmäßige Bewegung, regelmäßiges Krafttraining und Ausdauertraining betreiben, um eben auch fit im Alltag zu sein und zu bleiben.

Julia Nogli:

Das mit dem Krafttraining höre ich jetzt auch immer mehr, gerade auch für ältere Leute oder Leute, die langsam älter werden, dass es immens wichtig ist, um eben, sagen wir so, Pflegebedürftigkeit später zu vermeiden, zu verhindern. Und Krafttraining heißt nicht Fitnessstudio, ne?

Dr. Claudia Römer:

Genau, das heißt nicht automatisch Fitnessstudio und deswegen auch nicht immer nur klassisch Sportmedizin, sondern wirklich einfach Bewegung, sondern wir müssen letztendlich Alltagsaktivitäten wie den Koffer zu heben, wenn man zum Beispiel mal eine Bahnreise macht und seinen Koffer über den Kopf heben muss. Dafür brauchen wir auch die Muskulatur und damit kann man in der Tat mit ganz normalen Alltagsgegenständen trainieren und muss nicht zwangsläufig ins Fitnessstudio und an Geräten trainieren.

Julia Nogli:

Auch die Beine, die Beinmuskulatur sollte man wirklich immer weiter stärken, auch wenn man dann später älter wird, eben um nicht wackelig zu werden.

Dr. Claudia Römer:

Absolut. Die Muskulatur ist ein unglaublich wichtiges, sehr großes Organ, auch wichtiges Stoffwechselorgan, auch in der Regulation von Blutzucker und von Cholesterin. Und die Muskulatur ist aber eben auch ganz wichtig für den Stützapparat neben dem Knochen.

Und mit dem Alter geht die sozusagen zurück, auch der Knochen. Und wenn wir den trainieren, können wir sozusagen eine Sturzanfälligkeit verhindern oder dass wir zum Beispiel uns besser abfangen können. Auch die Reaktionsfähigkeit, gerade auch die Interaktion von Nervenzellen und Muskelzellen, ganz hoch relevant.

Und hier muss man ein gezieltes, man nennt es sensomotorisches Training oder auch Krafttraining betreiben, um wirklich fit im Alter zu bleiben.

Julia Nogli:

Und dafür ist es auch nie zu spät sozusagen.

Dr. Claudia Römer:

In der Tat, es gibt wirklich sehr gute Daten mittlerweile, dass es nicht nur bei erkrankten Patientinnen, sondern auch bei älteren Patientinnen immer sinnvoll ist. Ein Training, sei es ein Ausdauertraining für das Herz-Kreislauf-System oder ein Krafttraining zu etablieren und sie immer eine Alltagsverbesserung zum Beispiel auch noch haben. Es geht jetzt nicht darum, dass man dann im Alltag, im Alter unbedingt noch einen Marathon laufen muss.

Aber eine Alltagsaktivität sich zu erhalten, ist ganz essentiell, weil wir wollen ja nicht nur länger leben, sondern wir wollen vor allem gesünder länger leben. Und das ist der Anspruch unserer Abteilung.

Julia Nogli:

Und jetzt haben Sie sich ein spezielles Thema ausgesucht. Ich sage es mal so, Sport im Einklang mit dem Zyklus, was also die Frauen betrifft. Warum?

Was interessiert Sie daran oder was haben Sie da erfahren?

Dr. Claudia Römer:

Genau, ich bin Internistin und Sportmedizinerin, habe da meine Weiterbildung unter anderem auch an der Charité gemacht und habe früher auch in der Tat Leistungssport gemacht. Das heißt, ich habe da natürlich selbst als Frau auch Zyklus-Symptome wahrgenommen, aber natürlich auch Trainingskameradinnen oder dann eben auch in meiner ärztlichen Tätigkeit gerade auch im Jugendsportbereich gesehen, dass in der Tat selten über den Zyklus gesprochen wird, aber doch häufig eine hohe Leidensfähigkeit besteht. Dass Symptome bestehen, dass sich quasi das Gefühl besteht, nicht ausreichend leistungsfähig in bestimmten Zyklusphasen zu sein, aber so richtig routiniert erhoben wird und wurde das in der Tat nicht regelmäßig in der Vergangenheit.

Und auch die wissenschaftliche Studienlage ist da immer noch deutlich zurück im Vergleich zu Männern, da wir nämlich sehen, dass wissenschaftlich Sport, wissenschaftliche Studien bis zu über 60 und 70 Prozent Männer einschließen. Und genau solche Daten fehlen uns dann für die Zyklusgesundheit, inwieweit dieser Parameter gegebenenfalls auch ein wichtiger Leistungsparameter ist im sportlichen Kontext, aber auch im normalen Alltag.

Julia Nogli:

Das ist total erstaunlich, vor allem, weil das ja speziell nur die Frauen betrifft. Also da muss man natürlich darauf schauen und jede Frau kennt es. Die Tage vor den Tagen zum Beispiel sind nicht gerade die, wo man besonders fit ist.

Da gibt es Kopfschmerzen oder man fühlt sich einfach nicht auch stimmungsmäßig, geht's auf und ab. Also sowas muss beachtet werden.

Dr. Claudia Römer:

Genau, das ist ganz essentiell, dass wir unseren Zyklus kennen, aber auch erst mal ein Basiswissen über einen Zyklus haben, über den Menstruationszyklus. Man kann ihn ja sozusagen in zwei oder auch vier Phasen unterteilen. Und wie Sie gerade schon gesagt haben, meistens am Ende des Menstruationszyklus, also in der sogenannten Lutealphase, kann es manchmal zu Symptomen wie Kopfschmerzen oder auch vermehrte Leistungsfähigkeit, Müdigkeit kommen.

Und das ist auf jeden Fall ein Empfinden von vielen Frauen, heißt aber nicht zwangsläufig, was wir in den Studienlagen sehen, dass dann auch eine objektiv geringere Leistungsfähigkeit besteht. Aber natürlich, wenn ich mich nicht so gut fühle, habe ich auch eine geringere Motivation, bin vielleicht auch mental angegriffen. Und das sind einfach Parameter, die wir halt natürlich im Sportkontext berücksichtigen müssen, um nicht noch mehr Stress auf das System zu geben, indem man dann in solchen Phasen, weil im Trainingsplan jetzt eine hochintensive Einheit steht, die unbedingt durchziehen muss.

Oder ist es vielleicht sinnvoll, erst mal ein gewisses Zyklus-Tracking nennt man das, dass man den Zyklus sozusagen für sich individuell trackt. Auch da gibt es sehr verschiedene Phasen von der Dauer oder auch von der Blutungsstärke. Und dass man dann eben genau schaut, welche Symptome habe ich dann?

Also nicht nur, wie ist mein Zyklus, sondern auch, wie geht es mir mit meinem Zyklus? Und wann sind Symptome, wie beeinträchtigen die mich? Und inwieweit kann ich mein Training oder auch meine Ernährung dazu anpassen?

Julia Nogli:

Wird es dann im Profisport beachtet? Also muss ja eigentlich, oder?

Dr. Claudia Römer:

Genau. Teilweise ist es jetzt immer mehr. In der Tat, aufgrund neuer Studien wird es mehr berücksichtigt, dass der Zyklus getrackt wird.

Das ist schon mal sehr, sehr gut. Aber in der Tat noch nicht in allen Bereichen. Auch da gibt es sehr spannende Studien, muss man sagen, dass gerade auch eine Hemmschwelle zwischen Athletinnen und Trainern oder Trainerinnen besteht, das überhaupt anzusprechen.

Eine Studie zeigte zum Beispiel, dass jede Seite so ein bisschen darauf gewartet hatte, das anzusprechen, sowohl der Trainer oder die Trainerin oder die Athletin. Und deshalb kam gar keine Kommunikation darüber zustande. Und dann kann natürlich so ein essentieller Parameter oder eben Symptome nicht wirklich berücksichtigt werden.

Und deswegen hilft es auf jeden Fall erst mal, darüber zu sprechen, auch mit meinen Teamkolleginnen, mit den Trainerinnen oder auch in der Familie. Dass es ein ganz natürlicher Parameter ist, über den wir selber Bescheid wissen sollten, um ihn dann, wenn wir auch ihn getrackt haben und wissen, wie er bei uns individuell ist, gegebenenfalls dann Anpassungen vorzunehmen. Dass man wirklich damit eine Leistungsoptimierung erreicht, ist eher im High-End-Sportbereich, sage ich mal, also wirklich im Leistungssportbereich gegebenenfalls möglich.

Aber auch da muss man sagen, gibt es aktuell noch keine ausreichende, robuste Evidenz, dass man sagen kann, jede Athletin kann eine Leistungssteigerung erreichen, wenn man nur einen Zyklus trackt und das anpasst.

Julia Nogli:

Aber auf jeden Fall ist es sinnvoller, darauf zu schauen, als es möglicherweise wegzudrücken oder durch Hormone oder die Pille oder irgendwas zu nivellieren, diesen Zyklus.

Dr. Claudia Römer:

Absolut. Man muss ja auch sagen, dass einfach der Menstruationszyklus einfach ein ganz wichtiger Parameter für die Gesundheit des Körpers der Frau ist. Weil wenn ich eine Regelblutung oder auch einen Eisprung, also eine Ovulation habe, hat mein Körper sozusagen gerade als Sportlerin oder auch, wenn ich sehr hochintensive Einheiten mache, genug Energie, um eben die Reproduktionsorgane zu versorgen.

Wenn das nicht der Fall ist, ist in der Tat ein erstes Symptom. Wir nennen das auch Red Flag, eine sogenannte rote Fahne. Dass etwas mit der Energieversorgung nicht stimmt oder ein zu hohes Trainingspensum vielleicht vorliegt oder ein zu hohes Stresslevel.

Deswegen ist eben der Menstruationszyklus und auch die Blutung und der Eisprung ein sehr wichtiger Parameter, ob ich einen gesunden Leistungssport mache und eigentlich sehr, sehr dankbar, den man unbedingt mit erheben sollte, weil es ein sehr einfach aufzunehmender Parameter ist. Und wenn ich jetzt eine Pille zum Beispiel nehmen würde, also ein Kontrazeptivum, dann würde ich sozusagen ja nur eine Abbruchblutung simulieren und dann habe ich keine richtige Blutung mehr. Das heißt, es kann in der Tat eine Gesundheit vorgetäuscht werden, die gar nicht mehr da ist.

Julia Nogli:

Kann es denn aber auch umgekehrt sein, dass es Frauen auch hilft, die gewöhnt sind, Sport zu treiben, dass sie über diesen Zyklus dann auch besser und auch mögliche Beschwerden besser hinwegkommen, dass der Sport da auch hilft?

Dr. Claudia Römer:

In der Tat, auch da gibt es schon Daten. Aber wie gesagt, meistens sind die Daten zu diesem Thema noch sehr gering, weil die Fallzahlen meistens sehr gering sind und auch einfach wenige Studien aktuell dazu bestehen. Aber es zeigt sich in der Tat schon, dass zum Beispiel eine regelmäßige Ausdauerbewegung wie zum Beispiel leichtes Jogging oder auch Radfahren gerade in der zweiten Zyklushälfte sehr vorteilhaft sein kann, weil dadurch sozusagen eine verbesserte Durchblutung der Reproduktionsorgane letztendlich erreicht werden kann und dadurch Krämpfe oder Beschwerden, auch Verdauungsprobleme oder auch eine Müdigkeit sich deutlich verbessern kann. Deswegen ist es in der Tat ratsam, eine sportliche Aktivität regelmäßig fortzuführen.

Die WHO sagt ja generell, dass man mindestens 150 Minuten pro Woche Sport machen soll. Und auch hier ist es eben gut, seinen Zyklus zu kennen und auch seine Symptome, um dann eben die geeignete Sportart auch zu wählen, die für einen passt. Weil da zeigt sich in der Tat in der Studienlage, dass viele Sportarten von Vorteil sein können, wenn Symptome bestehen und ich dann eine Besserung erfahre.

Also es kann Ausdauersport sein, es kann aber auch Yoga sein oder progressive Muskelentspannung. Generell Entspannungstechniken können hier auch sehr helfen. Auch Atemtechniken können sehr, sehr hilfreich sein.

Aber auch ein moderates Krafttraining kann in der Tat Symptome lindern.

Julia Nogli:

Dann war es jetzt auch nicht unbedingt immer richtig oder ist es, dass die Mädchen beim Schulsport dann immer nicht mitmachen, auf der Bank sitzen oder?

Dr. Claudia Römer:

In der Tat. Generell ist die Bewegung und vor allem eine moderate Bewegung sehr, sehr sinnvoll den ganzen Zyklus über. Aber natürlich muss man sagen, ist halt dieses Thema, weil wahrscheinlich auch immer noch zu wenig drüber gesprochen wird, gerade auch in diesen sensiblen Pubertätsjahren sehr schambehaftet und davon müssen wir wegkommen.

Und deswegen ist unser Ziel, dass wir auch mit Jugendlichen oder auch mit Jugendgruppen, Leistungssportlerinnen da ganz gezielte Aufklärung betreiben, dass es einfach ein ganz normaler Parameter ist, den wir mit erheben müssen und dass es die Frauen letztendlich sogenannt empowert, wenn sie das Wissen über ihren eigenen Körper haben und ihn dann auch besser einsetzen können. Aber man muss natürlich sagen, man hat immer die Gefahr, dass man zum Beispiel auch eine Durchblutung hat. Das sind natürlich alles Sachen, die will man vermeiden.

Und gerade wenn man dann eben vielleicht noch gemischten Schulsport macht, kann es auch eine psychische Drucksituation sein. Und auch da geht einfach wirklich Kommunikation und Vorbild vor, dass wir das auch unseren Jugendlichen vorleben, dass wir alle über den Zyklus sprechen. Und dass es ein ganz normaler Parameter ist, den wir berücksichtigen sollten.

Julia Nogli:

Also in der Tat ein großes Thema, wird auch wissenschaftlich immer mehr angeschaut. Aber wie kommen denn jetzt Frauen mit dieser Thematik zu Ihnen? Ist das überhaupt so in die Abteilung?

Dr. Claudia Römer:

Genau, wir machen ja eine Leistungsdiagnostik und bieten da ein recht breites Spektrum an Diagnostik an, Lactatleistungsdiagnostik, dass man letztendlich schaut, wie kann ich am besten Ausdauertraining machen? Da schauen wir die spezifischen individuellen metabolischen Schwellen an, da nennt man das, in welchen Bereichen ich sozusagen optimiert trainieren kann. Gerade wenn ich zum Beispiel mich bei einem Lauf angemeldet habe, wie am Halbmarathon oder Marathon, ist es unglaublich wichtig, auch mal einen Checkup zu machen.

Gerade wenn man auch über 35 ist, aber auch bei Sportlerinnen, die jünger sind, ist es immer sinnvoll, so eine Untersuchung zu machen, weil wir dabei eben auch ein sogenanntes Belastungs-EKG machen. Wir schauen uns die Herzfrequenz an und schauen uns auch die Muskelmasse an. Gibt es gegebenenfalls funktionelle Muskeleinschränkungen?

Das heißt, da machen wir einen ganzheitlichen sportmedizinischen Checkup. Aber was wir eben noch in der Abteilung besonders machen, ist, dass wir eine gezielte gynäkologische Anamnese machen und die Sportlerinnen wirklich nach ihrem Zyklus, nach ihren Beschwerden, aber auch nach Blutungsdauer oder Energieaufnahme fragen, weil wie gesagt, Bewegung geht immer in Einklang mit der Ernährung. Ich kann nur ein leistungsorientiertes Training machen, wenn ich auch gut versorgt bin.

Und deswegen beraten wir die Athletinnen nach Erfolg der Diagnostik zu einem optimalen Trainingsplan mit einhergehenden Ernährungsplan, weil in der Tat auch in unterschiedlichen Zyklungsphasen eine unterschiedliche Ernährung gegebenenfalls sinnvoll sein kann. Zum Beispiel in der zweiten Zyklusphase hat man teilweise ein bisschen mehr, ein bisschen höheren Energiebedarf, so dass es in der Tat sein kann, dass sich in dieser Phase manchmal das Training, was aber eigentlich ja gleich ist von Dauer und Umfang, ein bisschen schwerer anfühlt. Und wenn ich da meine sogenannten Muskelspeicher, Glykogenspeicher gut aufgefüllt habe, an heißen Tagen natürlich auch immer auf Flüssigkeit und Elektrolytzufuhr achte, dann kann man zum Beispiel solche Symptome auch gut händeln und Lösungen für die Sportlerinnen finden, damit sie wirklich eine gute, gezielte und vor allem auch gesunde Trainingsvorbereitung machen können.

Julia Nogli:

Das ist hochinteressant und betrifft wirklich viele. Ich denke auch an junge Mädchen, die dann teilweise vielleicht auch wiederum zu dünn sind und dann aber eben Sport machen und denken, ist ja gut, aber da schauen sie dann auch drauf.

Dr. Claudia Römer:

Ja, das ist sehr interessant, dass Sie das ansprechen. Absolut ist es wichtig bei Sportlerinnen, die sehr, sehr schlank sind. Man spricht auch von gewichtssensitiven Sportarten wie Ausdauersport, Triathlon.

Da trainiert man viele Stunden, aber natürlich auch rhythmische Sportgymnastik, dass man da natürlich auf jeden Fall neben dem Zyklus auch die Energieverfügbarkeit mit beobachtet. Gleichzeitig sehen wir aber auch im ambitionierten Hobbysport oder im Hobbysport, dass gerade auch solche populären Sportarten wie zum Beispiel High Rocks oder Crossfit, wo ja letztendlich die Sportler und Sportlerinnen nicht ganz so schlank sind, auch ein sogenanntes relatives Energiedefizit aufweisen können. Das heißt eben, dass meine Trainingsintensität so hoch ist, dass ich kurzzeitig in ein Energiedefizit kommen kann und somit sehen wir in der Tat dann auch Zyklusveränderungen bei sogenannten normalgewichtigen Sportlerinnen.

Das heißt, es ist kein eindeutiges Zeichen, dass nur schlanke Sportlerinnen die Gefahr laufen, Zyklusbeschwerden zu bekommen.

Julia Nogli:

Okay, ja und gut, dieses Laufen. Also ich laufe selber seit einigen Jahren, aber so ganz laienhaft kleine Sachen, fünf oder zehn Kilometer höchstens. Und dann sehe ich auch immer, wie viele andere da mitlaufen, was auch immer wieder toll ist.

Also allein hier in Berlin sind ja irgendwie zig Läufe jedes Jahr und die könnten dann auch zu Ihnen kommen. Also Leute, die gerade erst so angefangen haben oder mal fünf Kilometer Lauf mitmachen und mal schauen wollen, was macht das eigentlich mit meinem Körper?

Dr. Claudia Römer:

Absolut, es ist in der Tat ratsam und es empfiehlt auch die deutsche Gesellschaft für Prävention und Sportmedizin, dass man wie gesagt, gerade wenn man jetzt erneut Sport beginnt oder auch längere Umfänge trainiert oder höhere Intensitäten, dass man sich sozusagen die Herzfrequenz, aber auch den Blutdruck, aber auch sogenannte metabolischen Schwellen und die Muskelgesundheit mit anschaut. Und solche ja nicht nur Leistungssportlerinnen, sondern wie gesagt auch Hobbysportlerinnen, entweder die neu einsteigen oder wieder einsteigen. Die sehen wir bei uns am Standort und können auch auf jeden Fall zu uns zum Sportmedizinischen Check-Up kommen.

Julia Nogli:

Mehr Infos zur entsprechenden Abteilung und wie Sie Kontakt aufnehmen können, das finden Sie alles hier auf www.paradiso.de in der Mediathek unter natürlich gesund. Und noch ein Tipp von Frau Dr. Römer, lassen Sie sich nicht von der Smartwatch verrückt machen. Das kann teilweise sinnvoll sein, aber es gibt jetzt auch den Trend Watch No Watches, also einfach seinen Sport genießen, wenn man grundsätzlich weiß, dass er einem ja gut tut.

Einen angenehmen Abend für Sie mit Radio Paradiso.