Nachrichten-Archiv

07.03.2014

AyurVision Symposium 2014

Professionalisierung der Ayurveda-Medizin in Deutschland gewinnt an Schubkraft.
Naturheilkunde Berlin - Nachrichten - AyurVision Symposium 2014

Hier finden Sie den Bericht zur Veranstaltung mit Fotos, Videos und den Fachvorträgen zum Downloaden

Mit großzügiger Unterstützung durch die Indische Botschaft und der obersten Ayurveda-Behörde im indischen Gesundheitsministerium (AYUSH) veranstaltete die Charité Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin dieses Jahr zum zweiten Mal ein Symposium zur Ayurveda-Medizin in Deutschland. Titel der diesjährigen Veranstaltung war: 2nd AyurVision: “Ayurveda in Germany 2014 – where to go from here?”

Am 14. Februar 2014 diskutierten Ayurveda-Experten aus Deutschland und Indien in der Indischen Botschaft in Berlin über Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen im Kontext therapeutischen Arbeitens mit der Ayurveda-Medizin. Mit über 200 Teilnehmern und mit einer Warteliste von weiteren 130 Personen war das Interesse an diesem Kongress überwältigend. Ärzte und Mitglieder anderer Gesundheitsberufe wollten sich genauso über die neuesten Entwicklungen in der Ayurveda-Medizin informieren wie Menschen aus anderen Berufsgruppen, sodass es zu einem intensiven interdisziplinären Austausch kam.

Anlass für die Ausrichtung der Konferenz war der Besuch des Staatssekretärs der obersten Ayurveda-Behörde im indischen Gesundheitsministerium (AYUSH). Staatssekretär Nilanjan Sanyal wurde vom Indischen Botschafter, Vijay Gokhal, und dem Veranstalter, Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin und Inhaber der Charité Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde, herzlich Willkommen geheißen. Eine besondere Freude war, MdB Wilfried Lorenz als Teilnehmer der Veranstaltung zu begrüßen. Auch seitens der Medien ist Ayurveda zu einem Fokusthema avanciert, was durch die Anwesenheit von ZDF, RBB, ARTE und MDR untermauert wurde.

Inhaltlich wurde auf dem Symposium durch renommierte Ayurveda-Experten die wachsende Professionalisierung der Ayurveda-Medizin in Deutschland und Europa dargelegt. Dabei wurden die Besonderheiten der spezifischen Entwicklung des Ayurveda skizziert, die auf die Gegebenheiten des deutschen Gesundheitssystems und die Bedürfnisse der Patienten zurückgeführt werden. Mit den hochrangigen Gästen aus Indien wurden die Unterschiede der Erfordernisse zum Ausbau der Infrastruktur für Ayurveda-Medizin in Deutschland diskutiert.

Staatssekretär Sanyal steht einer weiteren Unterstützung von Forschungsprojekten durch die Indische Regierung positiv gegenüber. Für das Ziel der Verankerung der Ayurveda-Medizin im deutschen Gesundheitssystem plädierte Sanyal für konkrete Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern. Grundvoraussetzung dafür sei eine Standardisierung in der Qualitätssicherung von Ayurveda-Präparaten. Die indische Regierung hat dazu bereits eine Reihe von Projekten lanciert, die kontinuierliche Gespräche auch mit Vertretern der EU-Kommission umfassen und einer Überregulierung entgegenwirken sollen.

Prof. Dr. Andreas Michalsen legte in den Ausführungen dar, dass die aktuelle Ayurveda-Medizin in Deutschland Vorbildcharakter für integrative Medizin auf globaler Ebene hat. Er befürwortet einen Ansatz, der die moderne „westliche“ Medizin mit traditionellen Medizinsystemen kombiniert. Aufgrund ihres multimodalen, individualisierten und ganzheitlichen Ansatzes sieht Michalsen die Ayurveda-Medizin als das beste integrative Medizinsystem der Zukunft an.

Dr. P. Ram Manohar von der AVP Research Foundation in Coimbatore stellte konkrete Forschungsaktivitäten und Strategien vor, die dazu beitragen können, die Akzeptanz von Ayurveda im Kontext der Schulmedizin zu erhöhen. Dabei sei die Bedeutung einer Überprüfung der Kernkonzepte der Ayurveda-Medizin sowie der Ergebnisse und Mechanismen komplexer Behandlungsansätze von großer Bedeutung. Sehr wichtig war Manohar dabei, dass Ayurveda sich zwar an die regionalen und gesellschaftsspezifischen Bedingungen anpasst und sich diversifiziert, aber dennoch nicht von seinen fundamentalen Prinzipien abweicht.

Dr. Christian Kessler, Forschungskoordinator in der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin, informierte über aktuelle Projekte und lud dazu ein, professionelle Ayurveda-Netzwerke zu unterstützen. Er stellte die Entwicklung der aktuellen Studie zur traditionellen Ayurveda-Behandlung bei Kniegelenksarthrose vor, die noch 2014 abgeschlossen sein wird. Mit dem Verlauf der Studie zeigten sich die Forschungspartner sehr zufrieden und waren sich einig, dass die Studie eine sehr gute Erfahrungsgrundlage für weitere Forschungsprojekte darstellt.

Chancen für eine weitere positive Entwicklung der Ayurveda-Medizin sieht Kessler in der Möglichkeit, Ayurveda-Medizin in den Katalog der Zusatzqualifikation für Ärzte durch die Bundesärztekammer aufnehmen zu lassen. Ein entsprechender Antrag wird derzeit von der Deutschen Ärztegesellschaft für Ayurvedamedizin (DÄGAM) vorbereitet und mit anderen deutschen Ayurveda-Gesellschaften sowie der Hufelandgesellschaft ausgestaltet.

Im Umfeld der Konferenz wurden Gespräche mit der indischen Delegation geführt. Ausgewählte Ayurveda-Experten aus den Bereichen Forschung, Praxis, Ausbildung und Berufsverbände diskutierten die nächsten Schritte der deutsch-indischen Zusammenarbeit. Besonders die Forschung soll in Zukunft weiterhin dazu beitragen, die positive Entwicklung der Ayurveda-Medizin voranzutreiben. Unterstützt werden soll dies durch weitere konkrete Forschungsprojekte. Ein Durchbruch für die Finanzierung von Forschungsprojekten im Bereich Ayurveda besteht laut Kessler in dem EU-Projekt „Horizon 2020“, das Potenziale für multinationale Ayurveda-Forschungskooperationen zwischen indischen und europäischen Universitäten bietet. Als wichtiges Anliegen für zukünftige Projekte identifizierte Kessler die erste Professur für Ayurveda an einer Universität in Deutschland sowie den Aufbau eines Informations- und Referenzzentrum für Ayurveda unter der Ägide der Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin.

Die Ayurveda-Medizin, so die übereinstimmende Position, steht im Übergang von der Pionier- in die Professionalisierungsphase. Für den gezielten Ausbau der Infrastruktur für dieses Whole Medical System in Deutschland konnten konkrete Handlungsziele vor allem im Bereich Forschung anvisiert werden.

Für weitere Informationen:

Indisches Gesundheitsministerium, Bereich Ayurveda (AYUSH)

Ayurveda-Forschungszentrale der Indischen Regierung

Ayurveda-Ambulanz am Immanuel Krankhaus Berlin

Ayurveda-Forschung in Berlin

Im Anhang stehen für Sie die Vorträge der Referenten als Downloads zur Verfügung.

Dateien:

4. "20 years experience of teaching Ayurveda in Europe - What have we learned from all this?", Prof. Dr. S.N. Gupta141 KB
3. "Ayurveda Perspective on Healthy Living and Management of Lifestyle Diseases", Dr. D. C. Katoch3,57 MB
5. "Current developments in the German Ayurveda community- What´s new 2014?", Dr. Christian Kessler,3,03 MB
2. "How research can facilitate Ayurveda ́s acceptance among medical stakeholders", Dr. P. Ram Manohar MD560 KB
1. "Ayurveda 2014 in Germany Role model for Global Integrative Medicine?", Prof. Dr. med. Andreas Michalsen1,01 MB
6. "Evidence-based Use of Ayurveda in Global Health Problems", Dr. M.M. Padhi1,30 MB
7. "From Pioneers to Professionals - Ayurveda Medicine in Germany Ayurveda", HP Elmar Stapelfeldt M.A.3,52 MB
 
 
 
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