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20.12.2019

WHO setzt Standards für Ausbildung und Praxis der Ayurveda-Medizin

Elmar Stapelfeldt, Heilpraktiker und Ayurveda-Experte am Immanuel Krankenhaus Berlin, war als offizieller Vertreter Deutschlands zum Experten-Meeting in Indien eingeladen und berichtet über Ziele und Ergebnisse des Meetings.
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WHO-Delegation bei Experten-Meeting in Jamnagar, November 2019

P.D. Patel Ayurveda Hospital in Nadiad, Indien

Dhanvantari-Mandir – historisches Gebäude der Gujarat Ayurved University in Jamnagar, Indien

Elmar Stapelfeldt beim WHO-Expertenmeeting in Jamnagar, Indien

Rangoli – Bilderkreis aus farbigem Sand

Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Maßnahmen zur Qualitätssicherung von Traditionellen Medizinsystemen. Besondere Aufmerksamkeit gilt hierbei auch der Ayurveda-Medizin, dem traditionellen Naturheilkundesystem Südasiens.

Nicht nur in Deutschland steigt die Nachfrage nach Ayurveda stetig. Dabei zeichnet sich eine Entwicklung von ursprünglich überwiegenden Wellness-Angeboten hin zu einer ärztlich geführten Ayurveda-Therapie deutlich ab. Entsprechend gut vertreten ist der Ayurveda auch an der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin und in der Privatpraxis Immanuel Medizin Zehlendorf.

Mehrere ärztliche Ayurveda-Sprechstunden, umfangreiche Ayurveda Manual-, Ernährungs- und Yoga-Therapie sowie Mind-Body-Medizin werden an beiden Standorten durchgängig angeboten. Die therapeutischen Erfolge vor allem bei chronischen Erkrankungen ziehen jährlich größere Patientenzahlen an. Auch wissenschaftlich kann die Wirksamkeit der Ayurveda-Medizin zunehmend besser belegt werden, wie verschiedene Studien, u.a. aus der Forschungsabteilung der Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde zeigen, z.B. bei der Kniegelenksarthrose. Insgesamt befindet sich die Forschungslandschaft entsprechend der Kriterien der evidenzbasierten Medizin jedoch noch in einer Anfangsphase.

Basis für eine sichere und wirksame Praxis der Ayurveda-Medizin ist eine hohe und standardisierte Qualität in der Ausbildung von mit Ayurveda arbeitenden Ärzten und Therapeuten. Hierfür sollten auf globaler Ebene Kriterien für die Praxis der Ayurveda-Medizin definiert werden, um Patienten eine optimale und sichere medizinische Versorgung mit Ayurveda weltweit zu garantieren. Diesen Zielen widmete sich die WHO in Form eines Experten-Meetings, das vom 26. bis 29. November 2019 in dem westindischen Bundesstaat Gujarat abgehalten wurde. Aus 22 Nationen wurden über 50 Ayurveda-Experten von der WHO geladen, um das Richtliniendokument für die Ayurveda-Ausbildung aus dem Jahr 2010 zu überarbeiten und ein entsprechendes WHO-Dokument für die Praxis der Ayurveda-Medizin zu entwickeln.

Folgende Ergebnisse wurden dabei erzielt: Der Ayurveda-Practitioner (entspricht einem Ayurveda-Arzt) soll die zentrale Figur unter den Ayurveda-Berufsgruppen darstellen. Mit einer Grundausbildung von mindestens 3.000 Stunden (für qualifizierte Ärzte mindestens 2.000 Stunden), erweiterbar auf 5.000 bzw. 7.000 Stunden hin zur Promotion, ist er zur Diagnose, Prävention und Behandlung sämtlicher Krankheitsbilder befähigt und koordiniert die ganzheitliche Ayurveda-Therapie durch ein Therapeutenteam. Ayurveda-Manualtherpeuten und die sogenannten Ayurveda-Health-Promoter arbeiten auf Weisung des Practitioners. Letztere stellen die Berufsgruppe mit der geringsten Ausbildungszeit dar, nämlich mindestens 1.000 Stunden. Sie sollen in verschiedenen Einrichtungen gesundheitsfördernde Maßnahmen des Ayurveda propagieren. Unabhängig vom Practitioner, aber zu seinen Diensten, sollen Ayurveda-Apotheker und Ayurveda-Pfleger arbeiten, beide mit einer Grundausbildung von 2.000. Für die meisten dieser Ayurveda-Berufsgruppen soll es zusätzlich zur Grundausbildung eine Fortgeschrittenenqualifizierung mit weiteren 500 Ausbildungsstunden geben.

Elmar Stapelfeldt, der in der Naturheilkunde Ambulanz des Immanuel Krankenhauses am Wannsee die Ayurveda-Ernährungstherapie etabliert hat und dort seit mehreren Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Ayurveda tätig ist, war als offizieller Vertreter Deutschlands zu diesem Treffen eingeladen.

 
 
 
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