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01.12.2021

Adventskalender: Türchen 1

Unser Adventskalender rückt die Hoffnung in den Mittelpunkt – nachdenklich, heiter, praktisch und hoffnungsfroh. Warum Hoffnung Bewegung ist, erklärt Pastor Thorsten Graff hinter dem ersten Türchen.

Hoffnung – Was ist das eigentlich? Ich behaupte: Was Hoffnung ist, das lässt sich in einer Bewegung zum Ausdruck bringen. Denn das Verb „hoffen“ geht zurück auf das niederdeutsche Wort „hopen“. Richtig! Von diesem Wort leiten sich die englische Begriffe für Hoffnung und hoffen ab: (to) hope.

Aber was bedeutet dieses Wort „hopen“? Wonach klingt es denn? Welche ähnliche Vokabel fällt Ihnen dazu ein? Ich helfe Ihnen mal „auf die Sprünge“. Denn „hopen“ meint eigentlich „hüpfen“.

Das ist die Bewegung, um die es mir geht. Wer hofft, der hüft. Warum? Um weiter zu sehen. Um über das, was vor Augen ist, hinwegzuschauen. Um sich über das Hier und Jetzt hinwegzusetzen. Um das in den Blick zu nehmen, was uns aus der Zukunft entgegenkommt. Ganz auf dieser Linie liegt, wie der Apostel Paulus Hoffnung beschrieb:

„Hoffen bedeutet: noch nicht haben. Denn was einer schon hat und sieht, darauf braucht er nicht mehr zu hoffen. Hoffen wir aber auf etwas, das wir noch nicht sehen können, dann warten wir zuversichtlich darauf, dass es sich erfüllt“ (Die Bibel, Römerbrief, Kapitel 8, Verse 24-25).

Wer hofft, der streckt sich also nach der Zukunft aus. Was wir dort sehen, das hängt auch davon ab, durch „welche Brille“ wir in die Welt blicken. Durch „die Brille“ des christlichen Glaubens gesehen erwartet uns eine Person in der Zukunft. Denn

„Jesus Christus ist unsere Hoffnung“ (Die Bibel, erster Timotheusbrief, Kapitel 1, Vers 1).

Das macht den christlichen Glauben aus - und auch den Advent: Wir warten, dass Christus uns aus der Zukunft entgegenkommt. Und mit ihm müssen wir kein Unheil erwarten, sondern können auf Heil, Frieden, Liebe, Licht hoffen. Diese aussichtsreiche Perspektive bringt uns in Bewegung. Denn hoffen heißt hüpfen. Ganz in diesem Sinne dichtete Paul Gerhardt einst in einem Weihnachtslied:

„Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud' alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren.“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 36).

Pastor Thorsten Graff, Leiter Konzernbereich Seelsorge-Theologie-Ethik der Immanuel Albertinen Diakonie
Foto: Petra Friedmann, Bewohnerin der Residenz am Wiesenkamp


 
 
 
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