
Fragen & Antworten
Unser Expertenteam beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Osteoporose. Erfahren Sie, was hinter der Erkrankung steckt, wie Osteoporose diagnostiziert wird, welche Warnsignale und Risikofaktoren es gibt und wie Sie Ihre Knochen durch Bewegung, Ernährung und die richtige Vorsorge aktiv stärken können.
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Osteoporose im Fokus
Bei einer Osteoporose nimmt die Knochenmasse ab und gleichzeitig verändert sich die innere Struktur des Knochens. Die feinen Knochenbälkchen, die dem Knochen Stabilität verleihen, werden zunehmend dünner und können im weiteren Verlauf ganz verschwinden. Dadurch verliert der Knochen an Festigkeit und das Risiko für Knochenbrüche steigt.
Die wichtigste Untersuchungsmethode zur Diagnose ist die Knochendichtemessung. Eine ausgeprägte Osteoporose kann zwar häufig bereits im Röntgenbild auffallen, frühe oder leichtere Formen lassen sich jedoch meist nur mithilfe der Knochendichtemessung erkennen.
Normale Werte bei der Knochendichtemessung schließen eine Osteoporose allerdings nicht immer sicher aus. Besonders im Bereich der Wirbelsäule können Verschleißerscheinungen oder knöcherne Anbauten das Messergebnis beeinflussen und zu scheinbar besseren Werten führen. Deshalb wird die Knochendichtemessung immer im Zusammenhang mit dem individuellen Risikoprofil beurteilt.
Dazu gehören unter anderem frühere Knochenbrüche, bestehende Erkrankungen, bereits durchgeführte Therapien, das Gangbild sowie weitere persönliche Risikofaktoren. Auf Basis aller Befunde wird entschieden, ob eine medikamentöse Behandlung notwendig ist oder ob zunächst eine Basistherapie aus regelmäßiger Bewegung – insbesondere Krafttraining –, einer kalzium- und eiweißreichen Ernährung sowie einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung empfohlen wird.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören eine familiäre Vorbelastung, bereits erlittene Knochenbrüche sowie die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente, beispielsweise hoch dosiertes Cortison. Auch Menschen mit Diabetes oder Patientinnen und Patienten, die im Rahmen einer Krebserkrankung antihormonell behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose.
Regelmäßige Bewegung gehört zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Osteoporose. Besonders Krafttraining stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern setzt auch wichtige Reize, die den Knochenaufbau fördern und die Stabilität des Skeletts erhalten.
Ebenso entscheidend ist eine ausgewogene Ernährung. Neben einer ausreichenden Kalziumzufuhr spielt vor allem eine gute Eiweißversorgung eine zentrale Rolle, da Eiweiß sowohl für den Erhalt der Muskulatur als auch für die Knochengesundheit unverzichtbar ist.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist Vitamin D. Es unterstützt die Aufnahme von Kalzium und dessen Einbau in den Knochen und trägt außerdem zu einer gesunden Muskelfunktion bei. Zudem kann es sinnvoll sein, den Vitamin-D-Spiegel überprüfen zu lassen und bei Bedarf gezielt zu ergänzen.
Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer. Der wichtigste Grund dafür sind hormonelle Veränderungen: Mit den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel deutlich ab. Da Östrogen eine wichtige Rolle beim Erhalt der Knochenmasse spielt, beschleunigt dieser Hormonmangel den Knochenabbau und erhöht das Risiko für Osteoporose.
Männer entwickeln Osteoporose im Durchschnitt etwa zehn Jahre später. Das liegt unter anderem daran, dass der Testosteronspiegel langsamer abnimmt. Zudem verfügen Männer von Natur aus über eine höhere Knochenmasse und meist auch über breitere, stabilere Knochen, was ihnen einen gewissen Schutz bietet.
Tritt Osteoporose bei Männern auf, ist sie häufiger die Folge anderer Erkrankungen oder äußerer Einflüsse. Dazu zählen beispielsweise eine langfristige Behandlung mit hoch dosiertem Kortison oder Erkrankungen wie Diabetes. D
Zur Behandlung der Osteoporose stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Sie lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen:
- Knochenabbau hemmende Medikamente (Antiresorptiva): Dazu gehören Bisphosphonate, Antikörpertherapien wie Denosumab sowie Hormone und Hormonabkömmlinge.
- Knochenaufbauende Medikamente (Osteoanabolika): Hierzu zählen Parathormon-Medikamente sowie Romosozumab.