Entspannungstherapie

Es ist wichtig dem eigenen Körper seine notwendige Enstpannung zu ermöglichen. Dies beugt aktiv Krankheiten vor, erzielt Leistungssteigerungen und eine gesunde, körperliche Fitness.

Unsere Zeit beansprucht den Menschen in vielerlei Hinsicht. Leistungsdruck und Stress entstehen nicht nur im Berufsleben, sondern häufig auch bei der Freizeitgestaltung. Anforderungen und Reizeinwirkungen haben bei jedem von uns unterschiedliche Reizantworten und Verhaltensmuster zur Folge. Entspannt sein heißt nicht ohne Spannung sein, sondern das Zuviel an Spannung wahrzunehmen und abzubauen. Körperwahrnehmung kann unter anderem trainiert werden durch:

  • Die Feldenkraistherapie, welche sich durch Bewusstheit durch Bewegung auszeichnet
  • Eutonie, eine von G. Alexander entwickelte Therapie mit speziellen Entspannungsmethoden bei der die Teilnehmer lernen unnötige Spannung zu erkennen.
  • Progressive Relaxation nach Jakobson
  • Krankengymnastische Behandlung nach Schaarschuch-Haase
  • Atemtherapie
  • Autogenes Training

Entspannungsfähigkeit wird vor allem in Bezug auf alltägliche Belastungen geübt.

Das autogene Training

Das autogene Training ist eine Entspannungsmethode und wurde 1932 von J.H. Schultz entwickelt. Es wird in kleinen Gruppen über eine Dauer von 6 bis 10 Wochen ein bis zwei Mal wöchentlich vermittelt. Das autogene Training wird auch als konzentrative Selbstentspannung bezeichnet. Es wird mit  inneren Wahrnehmungen gearbeitet, indem man fühlt „mein Arm wird schwer“, „was geschieht ist gut“ oder „ich bin ganz ruhig“. Dabei sitzt der Übende oder liegt auf dem Rücken.

Durch diese Autosuggestion kann der Übende sich entspannen und auch Störungen wie Ängste, Depressionen, funktionelle Herzkreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, und psychosomatische Symptome lindern und verbessern. Im Alltag können diese Übungen selbständig durchgeführt werden. Wichtig ist es, am Ende der Übungen wieder zurückzukommen, indem bewusst angespannt ‚ tief durchgeatmet und die Augen geöffnet werden. In der Physiotherapie wird das autogene Training im Rahmen einer Entspannungstherapie angewendet.

Progressive Relaxation nach Jacobsen

Die progressive Muskelrelaxation, durch PMR abgekürzt, wurde von dem Arzt E. Jacobson Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt. Sie ist eine leicht zu erlernende und sehr effektive Entspannungsmethode und beruht auf der Beobachtung, dass sich die Muskulatur bei Unruhe, Ängsten und anderen psychovegetativen Beschwerden verspannt.

Das Grundprinzip der progressiven Entspannung nach Jacobson ist, nacheinander verschiedene Muskelgruppen des Körpers wie Arme, Rumpf, Mund und Kiefer oder Beine willkürlich für ca. 5 bis 10 Sekunden anzuspannen um sie dann zu entspannen. Das darauffolgende Loslassen der Muskeln soll bewusst wahrgenommen und der eigene Körper beobachtet werden. Die daraus resultierende Entspannung wird progressiv mehr und mehr wahrgenommen und vertieft. Die verschiedenen Muskelgruppen werden in einer festgelegten Reihenfolge nacheinander an- und entspannt wobei die Therapeutin mit ihrer Stimme die Vorgaben gibt. Später kann der Übende zu Hause die PMR selbständig eventuell mit Hilfe einer Übungskassette durchführen. Dabei ist wie bei allen Entspannungsverfahren die regelmäßige
Anwendung im Alltag des Patienten wichtig und ausschlaggebend für den Erfolg.

Die PMR wirkt lindernd bei vielen psychosomatischen Störungen, aber auch bei funktionellen Herzkreislaufbeschwerden, Ängsten, innerer Unruhe, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Die PMR ist leicht erlernbar und eine der wissenschaftlich bestuntersuchten Entspannungsmethoden. In der Physiotherapie wird sie wie das autogene Training im Rahmen einer Entspannungstherapie oder innerhalb einer Krankengymnastischen Behandlung bei Bedarf angewendet.

 
 
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