Hallux valgus

Beim Hallux valgus treten Beschwerden häufig auf der Innenseite des Fußes auf Höhe des Großzehengrundgelenks auf. Durch den erhöhten Druck des Schuhs kommt es hier zu einer mechanischen Reizung, was zu Schleimbeutelentzündungen und Schwielenbildung führen kann.

Was ist Hallux valgus?

Unter dem Begriff Hallux valgus wird eine Fehlstellung der Großzehe verstanden. Es handelt sich um eine sehr häufige Erkrankung. Im Volksmund wird sie auch als „Ballenzehe“ bezeichnet. Es kommt zu einem Auseinanderweichen des ersten und zweiten Mittelfußknochens, wodurch der Fuß breiter erscheint und sich der „Ballen“ auf der Innenseite des Großzehengrundgelenks vorwölbt. Durch eine veränderte Zugrichtung der ansetzenden Muskulatur weicht die Großzehe in Richtung des Fußaußenrandes ab.

Ursachen

Meist tritt der Hallux valgus als Begleiterscheinung zu einer bestehenden Spreizfußdeformität auf. Das Tragen inadäquater Schuhe kann den Verlauf beschleunigen. Zudem können anlagebedingte Bindegewebsschwächen das Auftreten eines Spreizfußes mit Ausbildung eines Hallux valgus begünstigen. Es kann dann zu Instabilitäten in den benachbarten Gelenken kommen. Häufig tritt dies in Zusammenhang mit rheumatischen Erkrankungen auf. Selten dagegen ist eine angeborene Abweichung des 1. Mittelfußknochens. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Diagnostik

Beschwerden treten häufig auf der Innenseite des Fußes auf Höhe des Großzehengrundgelenks auf. Durch den erhöhten Druck des Schuhs kommt es hier zu einer mechanischen Reizung, was zu Schwielenbildung und Schleimbeutelentzündungen führen kann. Zusätzlich kommt es durch die veränderte Lastverteilung häufig zu Beschwerden unter dem 2. Mittelfußköpfchen, einer sogenannten Metatarsalgie.

Neben der ausführlichen Anamnese erfolgt zunächst eine klinische Untersuchung. Hierbei werden Fehlstellungen und eventuelle Instabilitäten beurteilt. Wichtig sind hierbei auch die Haut- und Weichteilverhältnisse, eventuell vorhandene Durchblutungs- oder Empfindungsstörungen. Als bildgebende Diagnostik wird in den meisten Fällen ein Röntgenbild des Fußes in 2 Ebenen unter Belastung angefertigt.

Therapie

Konservative Therapie

Als konservative Therapie ist vor allem eine Therapie der Spreizfußdeformität wichtig. Hierzu werden in der Regel orthopädische Einlagen nach Maß angefertigt, welche den Fuß in seinem Längs- und Quergewölbe unterstützen. Eine Hallux valgus-Nachtlagerungsschiene kann dagegen eine bestehende Hallux valgus-Fehlstellung nicht rückgängig machen.

Operative Therapie

Bei sehr ausgeprägten Deformitäten, schnellem Voranschreiten der Fehlstellung und nach ausgereizter konservativer Therapie kommen unterschiedliche operative Verfahren in Betracht, welche sich nach dem Ausmaß der Fehlstellung, eventuell vorhandenen Instabilitäten oder möglicherweise bereits symptomatischen Arthrosen richten.

  • Chevron
  • Akin
  • Basisnahe Umstellung
  • TMT1-Arthrodese (mod. Lapidus)

 

 

 
 
Seite drucken
 
Alle Informationen zum Thema

Termine

  • 10 August 2017
    Wirbelsäulenchirurgie – Risiko oder Routine?
    mehr
  • 06 Oktober 2017
    Fasten für Gesunde im Alltag
    mehr
  • 11 November 2017
    25. Tag des Herzzentrums – ein besonderes Jubiläum
    mehr

Weitere Termine

  • Das Immanuel Krankenhaus Berlin ist akademisches Lehrkrankenhaus der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

Direkt-Links