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07.04.2020

Hoffnung, die der Glaube an Gott schenken kann

Anlässlich der Karwoche erinnert Kurt Kreibohm, ehrenamtlicher Seelsorger im Diakonie Hospiz Wannsee, an die letzten Stunden Dietrich Bonhoeffers, dessen Todestag in diesem Jahr auf Gründonnerstag fällt.

Ort der Hinrichtung Dietrich Bonhoeffers in der Gedenkstätte in Flossenbürg

Für ein Hospiz hat die Karwoche eine besondere Bedeutung. Tod und Sterben und die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod bewegt viele unserer Gäste. Etliche kennen Kurt Kreibohm, Pfarrer i.R., der in unserem Hospiz ehrenamtlich als Seelsorger tätig ist. Zusätzlich ist Pfarrer Kreibohm auch in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte Bonhoeffer-Haus Berlin e.V. tätig. In diesem Jahr fällt der Todestag Bonhoeffers auf den Gründonnerstag. Seine letzten Stunden sind für viele Menschen bis heute ein Zeichen der Hoffnung.

Im Rundbrief der Erinnerungsstätte ist es so beschrieben:
„Am 8. April, dem Sonntag nach Ostern, hielt Dietrich Bonhoeffer im Schönberger Schulhaus auf Bitten seiner Mitgefangenen einen Gottesdienst. Er las die Texte zum Sonntag Quasimodogeniti, sprach Gebete und legte seinen Kameraden die Losung des Tages aus: »Durch seine Wunden sind wir geheilt « (Jes. 53,5) und »Gelobet sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus , der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.…« (1. Petrus 1,3)"

Kurz darauf kamen zwei Polizisten, um ihn mitzunehmen. Seine letzten, an seinen Freund George Bell, den Bischof von Chichester, gerichteten Worte vor dem Abschied, die er dem mitgefangenen britischen Offizier Payne Best auf Englisch sagte, lauteten:

»Will you give this message from me to the Bishop of Chichester, ‘tell him that
for me this is the end but also the beginning - with him I believe in the principle
of our Universal Christian brotherhood which rises above all national hatreds,
and that our victory is certain - tell him too, that I have never forgotten his
words at our last meeting.«

Payne Best fügte hinzu:
“He gave me this message twice in the same words, holding my hand firmly in
his and speaking with emotional earnestness”.

Deutsche Übersetzung:
»Wollen Sie diese Botschaft von mir dem Bischof von Chichester ausrichten:
‚Sagen Sie ihm, dass dies für mich das Ende ist, aber auch der Beginn. Mit ihm
glaube ich an den Grundsatz unserer universalen christlichen
Geschwisterschaft, die sich über alle nationalen Hassgefühle erhebt, und
daran, dass unser Sieg gewiss ist. Sagen Sie ihm auch, dass ich nie seine
Worte bei unserer letzten Begegnung vergessen habe.‘ -
Er gab mir diese Botschaft zweimal mit den denselben Worten, hielt meine
Hand dabei fest in der seinen und sprach mit leidenschaftlichem Ernst.«

Bonhoeffer wurde danach in das Konzentrationslager Flossenbürg bei Weiden in der Oberpfalz gebracht und dort noch am selben Tag einem standgerichtlichen Verfahren unterworfen. Am folgenden Tag, dem 9. April 1945, morgens zwischen 6 und 7 Uhr, wurde er als letzter von sieben zum Tode Verurteilten ums Leben gebracht. Immer wieder werden die Sätze zitiert, mit denen der zuständige KZ-Arzt Bonhoeffers Tod später schilderte. In einem Nebenraum sah er »Pastor Bonhoeffer in innigem Gebet mit seinem Herrgott knien« und war erschüttert von der »hingebungsvolle[n] und erhörungsgewisse[n] Art des Gebetes dieses außerordentlich sympathischen Mannes«.

Wenn Pfarrer Kreibohm den Besuchern der Erinnerungsstätte davon erzählt, spüren diese etwas von der Hoffnung, die der Glaube an Gott schenken kann. In unserem Diakonie Hospiz in Wannsee werden wir im Alltag auch von dieser Hoffnung getragen.

 
 
 
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