Schmerztherapie

Als Schmerztherapie bezeichnet man alle invasiven und nichtinvasiven Behandlungsmaßnahmen, die auf die Beseitigung akuter oder chronischer Schmerzen gerichtet sind.

Behandlung bei Rheuma

Als Rheuma werden Krankheiten definiert, die den Bewegungsapparat einschränken. Es können Muskeln, Sehnen, Knochen und Bänder sein, welche Schmerzen verursachen oder bei welchen Bewegungseinschränkungen auftreten. Ebenso können innere Organe wie Herz, Lunge, Leber mit betroffen sein und als Folge eine Funktionseinschränkung aufweisen. Das gemeinsame Merkmal aller rheumathischen Erscheinungen ist ein fließender, ziehender Schmerz. Insgesamt gibt es ungefähr 450 verschiedene rheumatische Erkrankungen, die heute in vier große Gruppen eingeteilt werden:

  • Entzündliche rheumatische Erkrankungen
  • Degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • Weichteilrheumatismus
  • Pararheumatische Erkrankungen

Die Gruppe der entzündlichen Rheumaerkrankungen weist die meisten Betroffenden auf. Zu diesen Krankheiten gehören zum Beispiel:

  • Rheumatoide Arthritis, früher auch chronische Polyarthritis (cP) genannt
  • Juvenile chronische Arthritis
  • Psoriasis Arthritis
  • Reaktive Arthritis wie zum Beispiel rheumatisches Fieber, Borreliose
  • Morbus Bechterew, auch Spondylitis ankylosans genannt
  • Systemische Bindegewebserkrankungen, sogenannte Kollagenosen, wie zum Beispiel Systemischer Lupus erythematodes oder Sklerodermie
  • Gefäßentzündungen, sogenannte Vaskulitiden, wie zum Beispiel Morbus Wegener
  • Stoffwechselstörungen, wie zum Beispiel Gicht

Von diesen entzündlichen Krankheiten kommt die rheumatoide Arthritis am häufigsten vor. Das Fibromyalgiesyndrom oder auch Weichteilrheumatismus genannt ist die häufigste Erkrankung unter den extraartikulären, sprich den sich außerhalb der Gelenkkapsel eines Gelenks befindlichen Rheumaerkrankungen. Bei diesem Krankheitsbild sind nicht direkt die Gelenke betroffen, sondern in erster Linie Bindegewebe, Sehnen und Bänder. Schmerzen am gesamten Bewegungsapparat sind ein typisches Erscheinungsbild. Unter dem Begriff der pararheumatischen Erkrankungen werden Krankheitsbilder verstanden, bei denen rheumatische Beschwerden infolge einer anderweitigen Erkrankung auftreten. Die Symptome dieser Krankheitsbilder können die gleichen Symptome wie bei rheumatischen Erkrankungen sein, also Schmerz und Bewegungseinschränkung. Degenerative, nicht entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen verschiedenster Ursache, bezeichnet man als Arthrose.

Behandlung durch Myofasziale Triggerpunkttherapie

Die myofasziale Triggerpunkttherapie beschäftigt sich mit der Behandlung von Schmerzen, die aus der Muskulatur kommen, den sogenannten myofaszialen Schmerzsyndromen, welche chronische Beschwerden verursachen können. Die myofasziale Triggerpunkttherapie basiert auf den Erkenntnissen von Janet G. Travell und David G. Simons. Die beiden Autoren haben mit dem "Handbuch der Muskeltriggerpunkte" das Standardwerk zu diesem Thema verfasst.

Chronische Überlastung oder direkte Traumen der betroffenen Muskelstrukturen sind häufig Ursache für ein myofasziales Schmerzsyndrom. Diese provozieren eine Funktionsstörung des Bindegliedes zwischen Nerven und Muskulatur, der motorischen Endplatte. Dort entstehen extrem empfindliche Zonen. Diese lokalen Schmerzpunkte, die sogenannten myofaszialen Triggerpunkte, sind in einem Hartspannstrang der Skelettmuskulatur meist leicht zu tasten. Ihre mechanische Reizung führt oft zu einem Übertragungsschmerz in entfernten Körperregionen, der sogenannte referred pain.

Durch eine geeignete Therapie lässt sich diese Pathologie auch nach langer Zeit beseitigen. Als geeignete Behandlungsmethoden haben sich Muskel- und Bindegewebstechniken, wie Release- und Dehntechniken aber auch die Triggerpunktakupunktur von B. Dejung aus der Schweiz sowie K. Lewits und V. Jandas, erwiesen. Das myofasziale Schmerzsyndrom ist nicht mit der Fibromyalgie zu verwechseln. Beide Erkrankungen können klar voneinander abgegrenzt werden. Sehr häufig sind myofasziale Triggerpunkte die Ursache für Gelenkschmerzen wie beispielsweise der sogenannte Tennisarm, Schulter- und Nackenschmerzen aber auch Knie- und Fußschmerzen.

 
 
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