Sprunggelenkdistraktion

Bei beginnender bis mittelgradiger Arthrose stehen im Regelfall konservative Maßnahmen wie die medikamentöse Behandlung, Orthesen, Bandagen oder Schuhzurichtungen im Vordergrund. Wenn diese Maßnahmen die Symptome dieser Arthrose nicht mehr ausreichend beherrschen, ist ein mögliches Verfahren, je nach Diagnose, die Sprunggelenksdistraktion.

Bei diesem Verfahren handelt es sich um ein Auseinanderziehen des Sprunggelenkes, dass durch einen Fixateur externe (äußeren Festhalter) in der gewünschten Position gehalten wird. Je nach Begleiterkrankung (wie Einklemmungssyndrome, Gelenkhautwucherungen, freie Gelenkkörper) verbinden wir diesen Eingriff häufig mit einer Arthroskopie des Sprunggelenkes. Nach erfolgter Arthroskopie wird dann der äußere Festhalter montiert, das Sprunggelenk distrahiert (gedehnt) und dann in dieser Stellung fixiert.

Dieses Verfahren ist kein in Berlin häufig durchgeführtes Verfahren und gehört zu dem erweiteren Repertoire unserer Abteilung. Gerade bei mittelgradigen Arthrosen ist die operative Behandlung im Sprunggelenk limitiert. Gerade wenn eine mittelgradige Arthrose (unfallbedingt oder nicht unfallbedingt) vorliegt, die weder durch knorpelstimulierende Maßnahmen oder Knorpeltransplantionen behandelt werden kann, aber aufgrund bestimmter Umstände (Ausmaß der Arthrose, Patientenwunsch,..) eine Versteifungsoperation oder eine Sprunggelenksendoprothese nicht sinnvoll erscheint, ist aus unserer Sicht der Versuch dieser Behandlung mehr als gerechtfertigt.

Die Dehnung/das Auseinanderziehen des Sprunggelenkes (wir reden über ca 3-5 mm) soll eine Kapseldehnung bewirken, da diese häufig kontrakt sind und eine schmerzarme Bewegung nicht zulassen und zusätzlich den Knorpel für die Zeit der Anlage entlasten. Zusätzlich ist nach einer ersten Ruhigstellung die Bewegung erlaubt, hier soll durch dosiertes Auftreten und Bewegen des Sprunggelenkes (durch die wechselnden Gelenkdrücke) der Knorpel stimuliert werden. Es gibt viele Publikationen, die eine deutliche Besserung bezüglich eines verschmälerten Gelenkspaltes (Zeicher einer Arthrose) zeigen, klinisch finden wir zum Teil eine deutliche Linderung der Symtome.

Die Studienlage ist, wie bei vielen Verfahren in der Medizin nicht eindeutig, auch hier gibt es Befürworter und Gegner dieser Methode. Ebenfalls wie bei allen anderen Maßnahmen muss deshalb mit dem geeigneten Patienten dieses Verfahren besprochen werden.

Operation

Die Anlage des Fixateur, meist in Kombination mit einer Spiegelung wird in einer Allgemeinnarkose oder in einer regionalen Betäubung durchgeführt. Nach Abschluss der Spiegelung wird der Fixateur angelegt, das Sprunggelenk gedehnt, die Stellung kontrolliert, eine Röntgenaufnahme gefertigt und dann die Operation beendet.

Nachbehandlung

Zunächst steht die Schmerzbehandlung im Vordergrund, denn gerade die Dehnung muss mit Schmerzen verbunden sein, da das zu Beginn ein Zeichen der Kapselstreckung ist. Hier wird häufig zur effektiven Schmerzbehandlung für die ersten Tage ein Schmerzkatheter gelegt, um schnell Patientenzufriedenheit zu erreichen. Danach werden Sie aus dem Krankenhaus mit geringer Belastung entlassen. Nach ca 2 Wochen wird dann in unserer Sprechstunde das Bewegungssegment freigegeben, damit Sie für weitere 4 Wochen mit Teilbelastung auftreten und dabei ihr Sprunggelenk bewegen. Das soll die obengenannte Knorpelregeneration stimulieren. Nach ca 6 Wochen wird der Fixateur entfernt und intensiv krankengymnastisch (dann ambulant) nachbehandelt.

 
 
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Ansprechpartner

  • Dr. med. Peter Naatz
    Chefarzt der Abteilung für Untere Extremität, Endoprothetik, Fuß- und Wirbelsäulenchirurgie am Immanuel Krankenhaus Berlin

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    Annegret Randow
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