Osteochondrale Läsionen und Osteochondrosis dissecans am oberen Sprunggelenk

Bei der Osteochondrosis dissecans kommt es zu einem fortschreitenden Absterben eines begrenzten Knochenbezirks mit einem sich möglicherweise anschließendem Knorpeldefekt und Heraustreten des Knochenfragments aus seinem Bett, was sich dann als freier Gelenkkörper äußern kann.

Was sind Osteochondrale Läsionen und Osteochondrosis dissecans am oberen Sprunggelenk?

Unter einer osteochondralen Läsion am oberen Sprunggelenk versteht sich eine gleichzeitige Schädigung des Gelenkknorpels und dem darunterliegenden Knochen. Hierzu zählen die Osteochondrosis dissecans (OD), Knorpelfrakturen, osteochondrale Frakturen (Frakturen, weche Knorpel und Knochen betreffen), Talusnekrosen (Durchblutungsstörung mit Absterben des Sprungbeinkopfes), Taluskopffrakturen und sog. Flake-Fractures (Abscherfragment eines Knorpel-Knochen-Areals).

Bei der OD kommt es zu einem fortschreitenden Absterben eines begrenzten Knochenbezirks mit einem sich möglicherweise anschließendem Knorpeldefekt und Heraustreten des Knochenfragments aus seinem Bett, was sich dann als freier Gelenkkörper äußern kann (Gelenkmaus). Häufig führen derartige Läsionen zur Entwicklung einer Arthrose des betroffenen Gelenks.

Ursachen

Osteochondrale Läsionen sind in vielen Fällen traumatisch bedingt. Die genaue Ursache der OD dagegen ist bislang nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch Hinweise, dass wiederholte Mikroverletzungen zu einer lokalen Durchblutungsstörung und so zu einem Absterben und Abstoßen des entsprechenden Knochenareals führen, weshalb sportlich aktive Kinder und Jugendliche überdurchschnittlich häufig betroffen sind.

Diagnostik

Traumatische osteochondrale Läsionen treten häufig nach Umknickverletzungen des oberen Sprunggelenks auf. Patienten mit einer OD sind häufig zunächst beschwerdefrei. Die Erkrankung wird zum Teil als Zufallsbefund diagnostiziert. Teilweise treten aber auch Beschwerden als unspezifischer Belastungsschmerz auf. Vor allem sportliche Aktivitäten bereiten den betroffenen Patienten oft Probleme.

Neben der ausführlichen Anamnese erfolgt zunächst eine klinische Untersuchung. Hierbei werden schmerzhafte Bewegungsabläufe, Fehlstellungen und eventuelle Instabilitäten beurteilt. Als bildgebende Diagnostik wird in den meisten Fällen ein Röntgenbild des oberen Sprunggelenks sowie des Fußes in 2 Ebenen unter Belastung angefertigt. Osteochondrale Läsionen können im Röntgenbild jedoch häufig nicht dargestellt werden. Bei andauernden Beschwerden wird daher in der Regel eine MRT-Untersuchung des betroffenen Gelenks durchgeführt.

Therapie

Konservative Therapie

Die Therapie von osteochondralen Defekten richtet sich vor allem nach Größe und Ausdehnung sowie der Lokalisation des betroffenen Areals. Zudem ist der Fortschritt der Erkrankung von entscheidender Bedeutung für die Bestimmung der jeweiligen Therapie. Der zeitliche Rahmen wird hierbei in hohem Maße davon beeinflusst, ob das betroffene Knochenareal droht, aus seinem Bett herausgestoßen zu werden oder ob es als stabil eingestuft werden kann.

Bei stabilen Befunden in einem frühen Erkrankungsstadium kann ein konservativer Therapieversuch gerechtfertigt sein. Dieser besteht in der Regel durch eine kosequente Pausierung sportlicher Belastung, teilweise sogar durch eine Entlastung oder Ruhigstellung des betroffenen Gelenks. Die Anwendung durchblutungsfördernder Medikamente wird derzeit diskutiert.

Operative Therapie

Bei ausgeprägten Beschwerden, vorangeschrittener Erkrankung und nach ausgereizter konservativer Therapie kommen unterschiedliche operative Verfahren in Betracht, welche sich nach dem Ausmaß des Knorpeldefekts und dem Zustand des darunter liegenden Knochens richten.

  • Arthroskopie des oberen Sprunggelenks
  • Anbohrung des Defekts mit Knochenauffüllung
  • Knorpelrefixation
  • Transplantation körpereigener Knorpelzellen (ACT)
  • Knorpelknochentransplantationen (OATS)
 
 
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