Hüftarthroskopie

Schmerzen im Hüftgelenk können durch viele Erkrankungen verursacht werden. Da viele dieser Erkrankungen und Verletzungen zu einer beschleunigten Entwicklung der Arthrose führen können, ist hier eine frühe und rechtzeitige Behandlung notwendig.

Die Hüftarthroskopie wird ähnlich der bekannteren Kniearthroskopie durchgeführt. Kleine Schnitte werden verwendet, um eine Kamera und verschiedene Instrumente in das Hüftgelenk einzubringen. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zur Kniegelenksarthroskopie: ein spezieller OP-Tisch ist notwendig, ein sogenannter Extensionstisch, bei dem das Bein in eine leichte Streckung unter Zug gebracht werden kann und ein Röntgengerät muss installiert sein. Da es eine vergleichsweise junge und in Deutschland noch wenig verbreitete OP-Methode ist, sollte eine sorgfältige Auswahl der Operateure erfolgen.

Dieser Aufwand der Vorbereitung und Lagerung ist im Vergleich zur bekannteren Kniegelenksarthroskopie deutlich erhöht, so dass dies unter anderem ein Grund ist, dass nur wenige Kliniken dieses spezielle Verfahren anbieten. Zusätzlich werden für die räumliche Orientierung und die schwierigere Erreichbarkeit des Gelenkes viel Erfahrung vom Operateur gefordert. So sind Kenntnisse in der offenen Hüftgelenkschirurgie und in der Arthroskopie anderer Gelenke, wie Schulter, Knie oder Sprunggelenk, von Vorteil. Durch unsere Spezialisierung und unsere Erfahrungen auf den genannten Gebieten ist die Hüftgelenksarthroskopie bei uns ein Standardverfahren in der Behandlung der unten genannten Verletzungen.

Die Hüftarthroskopie ist wertvoll und hilfreich bei der Erkennung und der Behandlung, unter anderem folgender Erkrankungen:

  • Risse der Gelenklippe
  • Freie Gelenkkörper
  • Einklemmungen zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und der Gelenkpfanne (Acetabulum) - das sogenannte Femoro-Acetabuläre-Impingement (FAI)
  • Schleimhautwucherung

Vorbereitung

Nur eine ausführliche Anamnese beispielsweise durch Befragung und eine gute, qualifizierte Untersuchung der Patienten, weist den Spezialisten die Richtung und ist wichtig, um Krankheiten, die in den Bereich der Hüfte ausstrahlen, aber eine andere Ursache haben, zu erkennen.

Neben Schmerzen berichten die Patienten, in Abhängigkeit von der Diagnose, häufig über eingeschränkte Beweglichkeit, über Steifigkeit, Blockierungen, verminderte Leistungsfähigkeit, über Schwäche oder ein hörbares Klicken. Häufig wird der tiefe Hüftschmerz mit einer Hand außen oben an der Hüfte angezeigt. Bei der Untersuchung der Patienten helfen spezielle Test wie Drehen, Beugen, Abspreizen und Anspreizen der Hüfte, um diese Erkrankungen zu erkennen.

Diagnostik

Die apparative Diagnostik beinhaltet Röntgenaufnahmen und je nach klinischer Untersuchung und Verdachtsdiagnose weitere Diagnostik wie Computertomografie oder MRT. Im Gegensatz zum Kniegelenk ist bei der MRT-Untersuchung die Erkennungsquote relativ niedrig. Während im Kniegelenk bis zu 98 % der Läsionen erkannt werden können, sind es am Hüftgelenk, gerade auch bei den schmerzhaften Veränderungen der Gelenklippe, zwischen 5 und 49 %.

Das für einige Erkrankungen spezielle MRT wie zum Bespiel das Arthro-MRT, bei dem ein Kontrastmittel in das Hüftgelenk gespritzt wird, wird nicht routinemäßig durchgeführt, da dieses Verfahren eben nach den häufig nicht erkannten Diagnosen speziell vom Untersucher angefordert werden müsste. Zusätzlich ist es ein invasives Verfahren und benötigt dafür speziell geschultes Personal. In schwierigen Fällen, in denen die Unterscheidung zwischen einer Erkrankung im Hüftgelenk und einer Erkrankung außerhalb des Gelenkes schwer fällt, hat sich die Punktion des Hüftgelenkes mit Einspritzen eines Medikamentes bewährt.

Operation

Die Operation ist eine Gelenkspiegelung, auch als Schlüssellochchirurgie bekannt. Über 2 – 4 kleine Schnitte von 5 – 10 mm werden die Kamera und die Arbeitsgeräte eingebracht. Für eine Teil der Operation muss ihr Bein gestreckt werden, dazu benutzen wir einen speziellen Operationstisch. Um die Therapie exakt durchzuführen, wird bei dieser Operation geröntgt, um die Position der Instrumente zu kontrollieren und das Operationsergebnis darzustellen. Im Regelfall wird im Anschluss an diese Operation ein kleiner Schlauch, eine sogenannte Drainage, in Ihr Hüftgelenk eingelegt, dieser Schlauch wird nach 1 – 2 Tagen entfernt.

Nachbehandlung

Unmittelbar nach der Operation dürfen Sie aufstehen, dürfen aber für einige Tage (je nach Diagnose und durchgeführter Operation) nur mit „Teilbelastung“ laufen. Physiotherapie und eine Gangschule schließen sich an, zusätzlich werden Sie, wenn notwendig, in der Benutzung von Unterarmgehstützen unterrichtet. Für einige Wochen empfehlen wir, sportliche Aktivitäten und maximale Belastung auf ihr Hüftgelenk zu vermeiden.

 
 
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