Hüftfehlstellung

Die Hüftdysplasie ist eine Sammelbezeichnung für angeborene oder erworbene Fehlstellungen und Störungen der Verknöcherung (Ossifikation) des Hüftgelenks beim Neugeborenen. Bei ausgeprägten Formen kann es zu Veränderungen im Gangbild kommen.

Was versteht man unter einer Hüftfehlstellung (Hüftgelenksdysplasie)?

Bei der Hüftgelenksdysplasie kommt es zu einer verzögerten oder ausbleibenden Verknöcherung der Gelenkpfanne und so zu einer unzureichenden Überdachung des Hüftkopfes. Im Extremfall kommt es zu einem Auskugeln (Luxation) des Hüftkopfes aus dem Hüftgelenk. Auch eine Fehlentwicklung des hüftnahen Endes des Oberschenkelknochens ist möglich, was sich in einer Fehlstellung der Achse des Oberschenkelknochens (Coxa vara, Coxa valga) äußern kann.

Symptome

In der Regel sind Patienten mit Fehlstellungen der Hüftgelenke symptomfrei. Bei sehr ausgeprägten Formen kann es zu einem verschlechterten Gangbild durch veränderte Zugpunkte der hüftführenden Muskulatur kommen. Durch die veränderte Lastverteilung kann es zu einer Arthrose kommen, welche sich dann mit den entsprechenden Symptomen äußern kann (Coxarthrose).

Ursachen

Eine Hüftgelenksdysplasie kann angeboren oder erworben sein. Meist sind mehrere Faktoren für ihre Entstehung verantwortlich. Seit Einführung von flächendeckenden Ultraschalluntersuchungen bei Neugeborenen werden die meisten Hüftgelenksdysplasien bereits früh erkannt und bereits im Neugeborenenalter behandelt. Unbehandelt kann die Erkrankung zu einer Arthrose des Hüftgelenks führen.

Diagnostik

Heutzutage erfolgt die Diagnostik bereits im Säuglingsalter durch eine routinemäßige Screeninguntersuchungen (Ultraschall) spätestens bei der U3. Zudem können klinische oder anamnestische Befunde den Verdacht auf eine Fehlentwicklung der Hüftgelenke lenken.

Im Erwachsenenalter erfolgt neben der ausführlichen Anamnese zunächst eine klinische Untersuchung. Hierbei werden schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, Fehlstellungen und eventuelle Instabilitäten beurteilt. Im Anschluss führen wir in der Regel eine Übersichtsaufnahme des Beckens in Kombination mit einer 2. Ebene der betroffenen Seite durch. Bei Bedarf werden diese durch Schnittbilddiagnostiken wie CT oder MRT ergänzt.

Therapie

Konservative Therapie

Die konservative Therapie im Säuglingsalter erfolgt entsprechend der Leitlinien des Früherkennungsprogramm für Kinder und Jugendliche durch spezielle Wickeltechniken oder Schienenbehandlungen. Eine gezielte konservative Behandlung der Hüftgelenksdysplasie beim Erwachsenen besteht nicht. Krankengymnastik trägt zur Muskelkräftigung und zum Erhalt der Beweglichkeit bei. Bei Entwicklung einer Hüftgelenksarthrose können entsprechende konservative Therapiemaßnahmen durchgeführt werden.

Operative Therapie

  • Umstellungsosteotomie Becken
  • Umstellungsosteotomie Femur
  • Minimalinvasiver Hüftgelenksersatz



 
 
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