Osteoporose

Der Begriff Osteoporose kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „poröser Knochen“. Die Porosität führt unbemerkt zum Knochenmasseverlust und zur Verschlechterung der Innenarchitektur des Knochens. Dadurch sinkt die Stabilität. In der Folge kann es zu Knochenbrüchen kommen. Osteoporose ist sehr wichtig im Zusammenhang mit entzündlich rheumatischen Systemerkrankungen.

Was ist Osteoporose?

Unter dem Begriff Osteoporose sind mehrere Osteoporoseformen enthalten und vielfältige Ursachen, die zur Entstehung einer Osteoporose führen. So spielen ursächlich für die Entstehung der Osteoporose Hormonmangel, Genetik, Alter und Geschlecht eine wichtige Rolle. Gleichermaßen werden dem Lebenswandel, der Ernährung, Medikamenten wie Cortison oder Aromatasehemmer, entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma und Morbus bechterew und/oder Colitis ulcerosa und Morbus Crohn aber auch Erkrankungen von Nebenschilddrüse und Schilddrüse, kausale Zusammenhänge zugeschrieben. 

Was sind die wichtigsten Symptome?

Heutzutage weiß man, dass auch schon das Vorliegen einer entzündlich rheumatischen Erkrankung, wie zum Beispiel einer rheumatoiden Arthritis oder eines Morbus Bechterew, welches eine versteifende Wirbelentzündung ist, die Osteoporose begünstigt. Vor allem auch bei Langzeit-Prednisolontherapie, bei der akute Entzündungsreaktionen unterdrückt werden sollen, ist eine Osteoporoseprophylaxe mit Vitamin D Austausch, calciumreicher Kost und Bewegungstherapie notwendig. Die Knochendichte sollte mittels Knochendichtemessung, auch als Osteodensitometrie bezeichnet, bestimmt werden.

Was können mögliche Ursachen sein?

  • Cortison
  • Rheuma
  • Muskelabbau
  • Unsicherheit und daraus resultierende Stürze
  • Epilepsie
  • Bewegungsmangel
  • Hormonmangel bei Frauen und Männern durch nervlich bedingte Appetitlosigkeit, Prostatakrebsbehandlung oder Operationen der Geschlechtsorgane
  • Nikotin
  • Erkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüse
  • Vitamin 12- und Folsäuremangel
  • Homocysteinämie, eine Erkrankung, bei der der Anteil an Homocystein, eine natürlich vorkommende (nicht proteinogene) α-Aminosäure, im Blut zu hoch ist
  • Diabetes mellitus
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts mit reduzierter Aufnahme von Nährstoffen

Diagnose von Osteoporose

  • Zunächst sollte ein Risikoprofil erhoben werden und eine ausführliche Besprechung der Vorgeschichte des Patienten stattfinden. Empfohlen werden ausführliche internistische und neurologische Untersuchungen, wie auch Untersuchungen des Skelettsystems durch Beweglichkeitsprüfung, Balanceübungen, Wirbelsäulenuntersuchung und Kraftüberprüfung.
  • Auch Labortests hinsichtlich Calcium Alkalischer Phosphatase, Phosphat, Elektrophorese, Entzündungsparameter, Schilddrüsenparameter, Nieren- und Leberfunktionsparameter und spezifischer Knochenparameter sind sinnvoll. Die Wirbelsäule wird zusätzlich geröntgt und gegebenenfalls eine seitliche, äußere Ausmessung erhoben.
  • Knochendichtemessung, die sogenannte Osteodensitometrie oder DEXA geannnt, werden empfohlen um die Knochenmineraldichte ermitteln zu können. Vorteile dabei sind die die minimale Röntgenstrahlbelastung problemlose Wiederholbarkeit und gute Vergleichbarkeit im Verlauf. Dabei werden sehr geringe Röntgenstrahlen mit zwei unterschiedlichen Energien genutzt. So kann die Knochendichte vom umgebenden Weichteilmantel differenziert betrachtet werden. Die Messung sollte in der Regel alle ein bis zwei Jahre im Verlauf wiederholt werden, in Ausnahmefällen auch eher.
  • Für die Diagnose geeignete Verfahren bei speziellen Fragestellungen sind weiterhin die Magnetresonanztomographie, auch MRT genannt oder die Computertomographie, auch als CT bekannt. Zum Beispiel bei der Entscheidung über die Behandlung von Wirbelbrüchen (Vertebro- oder Kyphoplastie)
  • Bei der Beckenkammbiopsie handelt es sich um eine Knochenprobeentnahme aus dem hinteren Beckenkamm, dem Spina iliaca posterior superior. Das entnommende Material wird auf Knochenzellen, Ausmaß des Knochenmasseverlustes und der Architektur untersucht und folglich ist eine Abgrenzung anderer Knochenerkrankungen durch einen spezialisierten Pathologen möglich.
  • Die Knochenszintigraphie ermöglicht ebenfalls die Abgrenzung anderer Knochenerkrankungen wie Metastasen oder fokale osteologische Krankheitsbilder

Therapie bei Osteoporose

Osteoporose kann durch calciumbetonte ausgewogene Ernährung und einen ausgeglichenen Vitamin D – Stoffwechsel therapeutisch, positiv beeinflusst werden. Weitere Therapiemöglichkeiten sind

  • Prophylaktisches und therapeutisches Osteoporosetraining. Es umfasst alle Facetten des Trainings wie Aufwärmung, Dehnung der Muskulatur, Ausdauer, Kraft, Balance und Koordination.
  • Die medikamentöse Tabletten – Behandlung. Ihr stehen inzwischen unterschiedliche spezifische Medikamente zur Verfügung, die individuell Einsatz finden - je nach Risikoprofil und Osteoporoseform unter Einbeziehung der Begleiterkrankungen.
  • Medikamente mit Verabreichung über die Haut oder Venen zur Umgehung des Magen-Darm-Trakts. Die Verträglichkeit ist gut, das gewünschte kooperative Verhalten des Patienten im Rahmen der Therapie wird erhöht und es kann zu einer Intensivierung der Behandlung kommen. Es sind sowohl knochenaufbauende als auch antiresorptive Behandlungen möglich, die auch schmerzlindernd wirken, beispielsweise intravenöse Bisphosphonate.
 
 
 
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