Arthrose

Bei der Arthrose handelt sich also um degenerative Gelenkerkrankungen, die vom Gelenkknorpel ausgehen und mehr oder weniger fortschreitend verlaufend zu knöchernen Gelenkveränderungen und zu Funktionsstörungen führen. Die Arthrose ist die weitaus häufigste Gelenkerkankung.

Was ist Arthrose?

Auch Gelenke altern und verschleißen. Übersteigt der Verschleißprozess das altertypische Ausmaß und führt zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen, bezeichnet man das als Arthrose. Bei der Arthrose handelt es sich also um degenerative Gelenkerkrankungen, die vom Gelenkknorpel ausgehen und mehr oder weniger fortschreitend verlaufend zu knöchernen Gelenkveränderungen und zu Funktionsstörungen führen.

Die Arthrose ist die weitaus häufigste Gelenkerkankung. Im 2. Lebensjahrzehnt weisen schon ca. 4 % der Bevölkerung arthrotische Gelenkveränderungen auf, im 7. Lebensjahrzehnt schon mehr als 80 %. Dabei haben aber nur etwa 20 –30 % der Betroffenen auch subjektive Beschwerden. Die Ursachen sind vielfältig, die Therapie leider nur rein symptomatisch. Degenerative Erkrankung/Verschleiß einzelner oder mehrerer Gelenke, ausgehend vom Gelenkknorpel.

Ursächlich wird bei der primären Arthrose eine angeborene Funktionsstörung der Knorpelzellen angenommen, die zu einer Veränderung des Knorpelstoffwechsels, damit zu einer Verminderung der Knorpelqualität und vorzeitigen Abnutzung des Knorpels führt. Bei der sekundären Arthrose bewirken bekannte zugrundeliegende Erkrankungen oder Faktoren, wie z. B. Übergewicht oder Verletzungen einen beschleunigten oder vorzeitigen Gelenkverschleiß.

Die Struktur eines Gelenks wird dadurch allmählich verändert. Der Knorpel nutzt ab, es kommt zu knöchernen Abstützreaktionen im Gelenk und durch die mechanische Reizung immer wieder zu Entzündungszuständen (sog. aktivierte Arthrose). In der Folge kommt es zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Fehlstellungen.

Was sind die wichtigsten Symptome bei Arthrose?

  • Steifigkeit, vor allem nach Ruhephasen
  • Kälteempfindlichkeit, „Wetterfühligkeit“
  • Anlaufschmerz, Belastungsschmerz, Ermüdungsschmerz
  • Verdickung der Gelenkkonturen, Gelenkdeformierungen
  • Entzündliche Reizzustände mit Schwellungen und Überwärmung (aktivierter Zustand)
  • Bewegungsgeräusche (Knirschen, Reiben)
  • Bewegungseinschränkung

Was sind mögliche Ursachen?

  • Alter
  • Überlastung, z. B. durch Übergewicht
  • Fehlbelastung, z. B durch Fehlstellungen
  • Genetische Disposition (angeborene Schwäche des Gelenkknorpels)
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Hämochromatose)
  • Knochenerkrankungen (z. B. aseptische Nekrosen, M. Paget)
  • Traumata (z. B. fehlverheilte Brüche)
  • Angeborene Fehlbildungen

Diagnose von Arthrose?

Anamneseerhebung:
  • Beginn der Beschwerden?
  • Art der Schmerzen?
  • Welche auslösenden Faktoren spielen eine Rolle?
  • Welche Gelenke sind betroffen?
  • Welche Funktionen sind beeinträchtigt?
Klinische Untersuchung:
  • Äußerer Aspekt (Deformierung? Schwellung?)
  • Ausmaß der Funktionseinschränkung?
  • Bewegungsgeräusch?
Röntgenologische und/oder sonografische Untersuchung:
  • Stadium der Erkrankung?
  • Gelenkspaltverschmälerung?
  • Typische knöcherne Anbauten?
  • Gelenkerguss?
  • Laboruntersuchung (zum Ausschluss entzündlicher Erkrankungen, Begleiterkrankungen)
Gegebenenfalls Punktatanalyse:

Die mikroskopische Untersuchung des Gelenkergusses (Zellzahl) gibt Aufschluss über die Ursache und den Grad eines Reizzustands.

Therapie bei Arthrose

Schmerztherapie durch Medikamente

Möglich sind reine Schmerzmittel (Analgetika) oder nicht-kortisonhaltige, entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente (NSAR), bei aktivierter Arthrose (äußere Zeichen der Entzündung) Gelenkinjektion mit einer kortisonhaltigen Lösung, bei nicht entzündlich gereizten Gelenken intraartikuläre Gabe von Hyaluronsäurepräparaten (Ersatz von „Gelenkschmiere“).

Es kann eine lokale Behandlung mit entzündungshemmenden, schmerzlindernden Salben und Gelen an kleinen Gelenken erfolgen oder ein Therapieversuch mit Nahrungsergänzungsmitteln wie Chondroitin- und Glucosaminsulfat, die Wirkung ist allerdings umstritten. Es sind keine Medikamente bekannt, die das Fortschreiten der Arthrose aufhalten oder den Knorpel wieder aufbauen können.

Physiotherapie

Es sind physikalische Maßnahmen (Wärme-/Kälteanwendung, niederfrequente Ströme, Ultraschalltherapie, Bäder) möglich. Eine Funktionsverbesserung kann durch Krankengymnastik, Unterwassergymnastik, Gangschulung, Muskelkräftigung, oder lokale Anwendung von Röntgenstrahlen, wenn andere Maßnahmen erfolglos bleiben, erreicht werden. Auch eine Ergotherapie mit Gelenkschutzmaßnahmen und motorisch-funktionellen Übungen ist möglich.

Hilfsmittel zur Entlastung (z. B. Gehstock, Orthesen) sowie Versorgung mit passendem Schuhwerk, eventuell Ausgleich einer Beinlängendifferenz. Röntgenreizbestrahlung zur Schmerzlinderung, Radiosynoviorthesen (Einspritzung radioaktiver Medikamente in das Gelenk) zur Behandlung von Entzündungszustände.

Operative Maßnahmen
  • Knorpelglättung
  • Gelenkspülung
  • Beseitigung oder Korrektur von Fehlstellungen
  • Gelenkersatz
  • Gelenkversteifung

Quellen

B. Manger, Rheumatologie 4. Auflage 2012, Georg Thieme Verlag

 

Ansprechpartner

J. Schwarze
Oberarzt
Abteilung Innere Medizin, Rheumatologie und Klinische Immunologie
Immanuel Krankenhaus Berlin, Standort Wannsee
T: 030 80505-292,
F: 030 80505-299
j.schwarze@immanuel.de

 
 
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