Gelenkpunktion

Eine Gelenkpunktion kann an allen großen und kleinen Gelenken durchgeführt werden und dient sowohl diagnostischen als auch therapeutischen Zwecken.

Was ist Gelenkpunktion?

Gelenkpunktion bedeutet den Einstich einer Nadel in ein Gelenk, entweder um Gelenkflüssigkeit aus dem Gelenk abzusaugen oder um Medikamente in das Gelenk einzubringen.

Historischer Ursprung

Das Wort Punktion hat seinen Ursprung in dem lateinischen Wort „punctio“. Es heißt „Einstich“. Ein französischer Chirurg benutzte Mitte des 19. Jahrhunderts erstmalig diese Methode. Die erste Untersuchung von Gelenkflüssigkeit erfolgte 1872 von einem Straßburger Biochemiker.

Wann kommt die Gelenkpunktion zum Einsatz?

diagnostische Punktionen:
  • Entzündliche Erkrankungen
  • Eitrige Gelenkentzündungtherapeutische Punktionen:
therapeutische Punktionen:
  • Entzündliche Erkrankungen
  • Aktivierte Arthrosen

Was wird bei der Gelenkpunktion gemacht?

Gelenkpunktionen werden aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen durchgeführt. Entzündliche Erkrankungen und Abnutzung der Gelenke bewirken oftmals eine Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenk , einen Gelenkerguss. Bei starker Ausprägung kann er zu Schwellungen, Druckgefühl und Bewegungseinschränkungen führen, der erhöhte Gelenkinnendruck stört zudem die Ernährung des Gelenkknorpels.

Das Absaugen des Ergusses normalisiert diesen Druck und lindert damit momentan die Beschwerden. Die gewonnene Gelenkflüssigkeit wird zudem im Labor und unter dem Mikroskop untersucht, dabei erhält Ihre Ärztin/Ihr Arzt wichtige Hinweise auf die Ursache Ihrer Gelenkerkrankung. Gleichzeitig können bei der Gelenkpunktion entzündungshemmende oder schmerzlindernde Medikamente in das Gelenk gespritzt werden. Hiermit ist eine gezielte, und trotz geringer Medikamentendosis, hoch effektive Gelenktherapie möglich.

Die Gelenkpunktion ist für Patienten wenig belastend. Natürlich wird der Einstich in das Gelenk kurzzeitig schmerzhaft empfunden, meist jedoch nicht mehr als bei einer Blutabnahme. Größtes Risiko der Punktion ist die Gelenkinfektion. Dieses Risiko wird durch streng steriles Arbeiten minimiert und liegt bei einer bis zwei Infektionen pro 10.000 Punktionen.

Durchführungsschritte

  • Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen der Behandlungsmaßnahme
  • Einholen des schriftlichen Einverständnisses des Patienten
  • Vorbereitung des Patienten (Lagerung, Auswählen der Punktionsstelle – ggf. auch durch Ultraschalluntersuchung, Desinfektion)
  • Punktion unter sterilen Bedingungen
  • gegebenenfalls Absaugen von Flüssigkeit (Analysezwecke)
  • Einbringen von Medikamenten in die entsprechende Gelenkhöhle
    Steriler Wundverband

Wo kann man mehr über Gelenkpunktion erfahren?

Literatur zur Gelenkpunktion
  • Aufklärungsbogen „Info OT4.2“ (Anlage)
  • Gelenkpunktion und –injektion – Die Geschichte (H. Kaiser: Z Rheumatologie 2011, 70:69-78)
 

Ansprechpartner

Rheumaambulanzen der Kliniken in Berlin-Buch und Berlin-Wannsee.

 
 
 
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